
Im Rahmen meiner langjährigen Erfahrung mit Aufstellungen haben sich sowohl klassische Familienaufstellungen als auch abstraktere Formen der System- und Strukturaufstellung bewährt.
Beim Familienstellen werden oft unbewusste, schicksalhafte Verstrickungen in der Familie deutlich, die im Zusammenhang mit den aktuellen Problemen der AufstellerIn stehen. Durch Lösungen im Ursprungssystem können dann auch Veränderungen und Verbesserungen in der aktuellen Situation erreicht werden.
In sog. System- und Strukturaufstellungen werden nicht – wie sonst üblich bei Familienaufstellungen – stets zu Beginn die KlientIn sowie Mutter und Vater aufgestellt, sondern es wird meistens konkret an einem Problem, wie z. B. der Berufswahl, dem Arbeitsplatz, der Krankheit, einer Wohnung, die zum Verkauf steht etc. oder einem persönlichen Ziel, wie z. B. der beruflichen Entwicklung, dem Erfolg dem Bestehen einer Prüfung oder dem Geld gearbeitet. Daraus wird unmittelbar die Dynamik der Situation sichtbar und es können gezielt Lösungs- bzw. Entwicklungsschritte auf dieser Ebene eingeleitet werden. Liegt die Lösung im Familiensystem, wird auf der Familienebene weiter gearbeitet. Diese sehr zielgerichtete Vorgehensweise erlaubt es auch, konkret in die Zukunft zu arbeiten und kann zu sehr schnellen Erfolgen führen.
Manchmal ist es sinnvoll und erfolgreich, schamanische Rituale und Methoden in eine Familienaufstellung zu integrieren und damit die Aufstellungsarbeit zu ergänzen. Wie beim Familienstellen geht es im Schamanismus viel um das Thema „Leben und Tod” und die Frage, einen guten Platz für die verstorbenen Angehörigen zu finden. Auch das Thema Seelenverlust wird im Schamanismus vielfältig behandelt und durch spezielle Methoden gelöst. Werden Familenaufstellungen und Schamanische Arbeit verbunden, so wird die Erfahrung oft tiefer und das individuelle Bild vollständiger und nachvollziebarer. Um dies zu erreichen, verbinde ich häufig die genannten Methoden.
Wie funktioniert das nun konkret?
Durch das Benennen der Rolle und der Zuweisung durch einen spezifischen Platz im Raum können die Stellvertreter an das Energiefeld der tatsächlichen Personen oder der anderen Elemente so zu sagen „angeschlossen” werden. Dieses Energiefeld wird dann von den Stellvertretern wahrgenommen. Die Stellvertreter können nun durch Einspüren in ihre „Rolle” ihre Beziehung zu den anderen Personen im Raum wahrnehmen und Aussagen über die Qualität dieser Beziehungen machen. Wissenschaftlich kann dieses Phänomen bisher nur unzureichend erklärt werden, in der Praxis hat es sich jedoch bewährt und bereits weite Akzeptanz erreicht.
Um eine kraftvolle Aufstellung zu erreichen, ist es wichtig, dass das jeweilige Anliegen bzw. Ziel der Aufstellung im Vorhinein klar und zielgerichtet formuliert wird.
© Dr. Doris Bürgel